Wenn das Training zu leicht wird und man ihm neuen Schwung verleihen möchte, sind Gewichtswesten ein interessantes Accessoire. Mit ihnen lässt sich das Körpergewicht fast beliebig erhöhen, was dazu führt, dass der Widerstand beim Krafttraining und Ausdauersport steigt. So lassen sich neue Reize setzen und das Leistungsniveau deutlich nach oben setzen. Was eine gute Gewichtsweste ausmacht, wo die Unterschiede einzelner Modelle liegen und welche Weste für wen am besten geeignet ist, verraten wir in diesem Beitrag.

Wer braucht eine Gewichtsweste?

Auf den ersten Blick erinnert eine Gewichtsweste an kugelsichere Westen wie man sie aus Krimis, Action- oder Kriegsfilmen kennt. Nur dass diese natürlich andere Eigenschaften haben. Sie müssen so leicht wie möglich sein und dabei den maximalen Schutz vor eindringenden Geschossen aller Art bieten. Die Gewichtsweste bietet zwar keinen Schutz in Schießereien, dafür bringt sie einiges auf die Waage und lässt sich so flexibel in verschiedene Workouts integrieren oder zur Not beim Perlentauchen einsetzen. Klassischerweise werden Gewichtswesten aber beim Ausdauertraining eingesetzt um ein höheres Körpergewicht zu simulieren und die Intensität beim Workout zu steigern oder beim Fitnesstraining zuhause oder im Studio. Dass man hier nicht bei jeder Übung von der Weste profitieren kann, sollte auf der Hand liegen. Beim Bankdrücken profitiert man ebenso wenig davon wie bei Bizepscurls. Dafür aber bei Hyperextensions, Klimmzügen, Liegestützen sowie vielen weiteren Übungen. Gerade für Eigengewichtsübungen sind Gewichtswesten das perfekte Equipment und das ist bereits ein Indikator für das Einsatzgebiet. In Fitnessstudios sieht man sie eigentlich nicht. Dort gibt es für sämtliche Übungen Alternativen die solche Westen überflüssig machen. Sei es das Bankdrücken welches die Liegestütze ersetzt, die Kurzhantel oder Hantelscheibe bei Hyperextensions oder der Latzug welcher statt Klimmzügen auf dem Trainingsplan steht. Bei Klimmzügen wäre eine Weste wie auch bei klassischen Dips zwar eine sinnvolle Erweiterung, jedoch liegen hierfür im Studio meist Gürtel herum, an welchen sich mithilfe einer Kette Zusatzgewicht befestigen lässt.

Was wichtig ist

Wichtig ist zunächst einmal vor allem der Komfort und die bestmögliche Umsetzung ergonomischer Gesichtspunkte. Eine gute Gewichtsweste ist aus Materialien gefertigt die sich gut mit der Haut vertragen und sich nach kurzer Eingewöhnungszeit gar nicht mehr bemerkbar machen. Wird man beim Einkaufen auf seine schöne Weste angesprochen die farblich gut mit der Hose harmonieren soll, dann ist sie auf jeden Fall bequem. Aber auch flexibel muss sie sein, immerhin will man sich irgendwie einigermaßen normal bewegen können, sonst kann man schließlich gleich eine echte Ritterrüstung kaufen und im Harnisch wie Lanzelot sein Training absolvieren. Auch atmungsaktiv sind Ausführungen ab dem mittleren Preissegment meist. Natürlich ist es auch äußerst vorteilhaft, wenn man dieses Equipment waschen kann und es von vornherein schweißabweisend ist und nicht nach ein paar Verwendungen anfängt zu stinken. Das Gewicht der Weste muss so verteilt sein, dass es nicht zu einseitigen Fehlbelastungen führt und sich so Probleme mit dem Rücken ergeben. Verspannungen und Schmerzen will niemand von seinem Workout haben.

Die richtige Gewichtsweste kaufen

Zunächst einmal sollte die richtige Größe gefunden werden. Hersteller geben in der Regel einen Bereich an, der zum Beispiel von Körpergröße 1,70 bis 2,10m reicht. Ansonsten gibt es je nach Statur verschiedene Größen, ähnlich wie man sie von Pullovern und T-Shirts kennt. Meist gehen diese von M bis XXL. Nähere Angaben dazu wie die Größen ausfallen, liefern oft die Hersteller.

Das Zusatzgewicht beginnt bei einigen Ausführungen schon bei 1 Kilogramm, welches dann auch in kleinen 1 Kilogramm Schritten erhöht werden kann. Eine langsame Steigerung macht Sinn. Andere Modelle lassen sich in 10 Kilogramm Schritten bestücken, also 10, 20 oder 30 Kilogramm. Bei 30 Kilogramm hören die allermeisten Gewichtswesten aber auf. Wer mehr will, muss sich einen Sack Zement kaufen und über die Schultern legen oder anderweitig improvisieren.